Mentale Stärke für Musiker*innen

Musiker*innen erleben die spezielle Herausforderung, dass sich jegliche Veränderung der Körperspannung automatisch im Klang ihrer Stimme oder des Instrumentes widerspiegelt. Für einen Laien scheint dies nicht von grosser Bedeutung zu sein, doch für den anspruchsvollen Profi ist es eine sehr gravierende Veränderung. Auf Grund von Nervosität erhöht sich der Puls, der den Musiker unbewusst schneller spielen lässt. In der Folge kann das Vorgetragene hektisch wirken und die Wahrscheinlichkeit, Fehler zu machen, steigt. Auch bei Sängern wirkt sich Druck und Anspannung negativ aus, und zwar dann, wenn ein erhöhter Muskeltonus dazu führt, dass die Stimmbänder anders reagieren und man somit Schwierigkeiten hat, den perfekten Ton zu treffen. Auch die Atmung wird durch die Aufregung negativ beeinflusst, sodass einer Sängerin oder einem Musiker eines Blasinstrumentes schlichtweg „die Luft ausgeht“ und man die langen Töne nicht mehr zu halten vermag.

Ein erfolgreiches Konzert beginnt im Kopf!

Auch bei Dirigentinnen und Dirigenten beginnt ein erfolgreiches Konzert im Kopf. Und wenn sie dann feststellen, dass ihr Lampenfieber zu gross ist, wird nicht selten zu Medikamenten gegriffen, was absolut unnötig ist. Denn auch Dirigentinnen und Dirigenten können ihre mentale Stärke gezielt entwickeln und trainieren. Dazu beziehen wir in den Beratungen unsere über 20 jährige Erfahrung aus dem Spitzensport mit ein. Denn: Erfolg im Spitzensport ist kein Zufall, sondern das Produkt minutiöser Vorbereitung und Training. Das gilt nicht nur für Technik und Kondition, sondern ganz besonders auch für den mentalen Bereich. Angst vor Fehlern, schlechte Konzentration, Versagensängste, hohe Erwartungen, Nervosität, Erfolgsdruck – all diese Faktoren spielen für Sportler*innen, aber eben auch für Musiker*innen eine wichtige Rolle.

In den Einzelberatungen erarbeiten wir deshalb mit Musiker*innen und Dirigentinnen und Dirigenten individuelle Mentaltrainingsprogramme, die sie selbständig lernen und üben können, damit es ihnen künftig auch unter Druck gelingt, ihre optimale Leistung abzurufen. Denn letztlich ist die persönliche mentale Verfassung entscheidend für den erfolgreichen Auftritt.

Control your emotions or they will control you!

Mentaltraining für Musiker*innen

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Mentaltraining für Dirigenten

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Fallbeispiele

Lampenfieber
Kevin Z. (27) ist Profi-Musiker und suchte Unterstützung im Umgang mit Druck. Während seines Musikstudiums am Konservatorium begann er vor Konzerten Lampenfieber zu entwickeln. Trotz Bestnoten und hervorragenden Kritiken nahm seine Nervosität vor Konzerten immer mehr zu und er berichtete von folgenden Symptomen: seine Hände zitterten, er schwitzte stark, die Gedanken schweiften während des Konzerts ab, mit der Zeit wurde ihm schon Tage vor einem Anlass übel und er konnte nicht mehr richtig schlafen.  Es gelang ihm zwar, sich während des Konzerts soweit zu kontrollieren, dass die Leistung nach wie vor beeindruckend war, aber das Gefühl, „tausend Tode zu sterben“, belastete ihn über Gebühr – physisch und mental.
Die umfangreiche und sorgfältige Situationsanalyse ergab, dass er sich besonders vor Fehlern und gedanklichen Aussetzern fürchtete. Der Druck, den er mit diesen Ängsten bei sich erzeugte, führte zu einer massiven Ausschüttung an Stresshormonen und folglich zu den beschriebenen Symptomen.
Den ersten Schritt zur Kontrolle seiner negativen Gedanken legten wir primär durch eine angepasste Einstellung gegenüber musikalischer Fehler. Nachdem ihm bewusst wurde, dass das Publikum seine Konzerte wegen seiner Interpretationsgabe anspruchsvoller musikalischer Werke besuchte und nicht, um ihn nach Fehlern zu verurteilen, konnte er sein Denken erstmals in eine andere Richtung lenken.
Sein Mentaltrainingsprogramm hielt folglich fest, 
- dass er sich auf ein Konzert freut, weil er genau das machen darf, wovon er schon als kleines Kind geträumt hatte
- dass er Fehler akzeptiert, weil niemand zu 100% perfekt ist und weil es nicht um die Fehler, sondern um das Musizieren geht
- dass er sich, wenn er im Vorfeld des Konzerts ruhig und ausgeglichen ist, konstant konzentrieren und den Fokus behalten kann
- dass er sich ganz in die Musik vertieft und für eine Person im Saal spielt, die er sich vorher bewusst auswählt
- dass er bewusst wahrnimmt, wie er auf dem Stuhl sitzt, das Orchester sieht und sich auf den Dirigenten konzentriert
Nachdem er sein Mentaltrainingsprogramm während drei Wochen zweimal am Tag für ca. 5 Minuten trainiert hatte, konnte er es das erste Mal auf ein Konzert bezogen anwenden. Die erste Verbesserung ermutigte ihn, weiterhin mental zu trainieren und ermöglichte ein beeindruckendes Resultat: Nach drei Monaten konnte er sich kaum mehr vorstellen, dass er in solchen Situationen jemals Probleme gehabt hatte.

Nervosität vor Konzerten
Chiara P. besuchte an einem Gymnasium den Querflöte-Unterricht. Obwohl sie ausserordentlich talentiert ist und ihre Konzerte souverän meisterte, nahm sei bei uns ein Mentalcoaching in Anspruch. Dabei stellte sich heraus, dass sie zwar gegen aussen hin ruhig und konzentriert wirkte, dass sie innerlich aber «Höllenkämpfe» (wie sie sich ausdrückte) mit sich selbst ausfocht. Wirre Gedanken, Angst vor Fehlern, erhöhter Puls und Verspannungen im Schulter-/Nackenbereich führten dazu, dass sie immer mehr die Freude an Konzerten verlor.
In der Zusammenarbeit erkannte Chiara P., dass sie ihren eigenen Fehlern gegenüber eine «Null-Fehler-Toleranz» hatte. Mit diesem von ihr selbst erzeugten Druck löste sie die oben beschriebenen Symptome aus.
Nachdem sie durch eine veränderte Einstellung gelernt hatte, sich mit realistischen Erwartungen in solche Situationen zu begeben, verschwanden die Symptome von selbst. Chiara spielt heute auch in Konzerten auf hohem Niveau Querflöte und kann ihre Auftritte in vollen Zügen geniessen.

Angst vor Fehlern
Ursula Z. spielte leidenschaftlich Harfe bis zu dem Zeitpunkt, als ihr auf der Bühne ein gut hörbarer Fehler unterlief. Sie erschrak dermassen, dass sie ihr Spiel abbrechen musste. Sie war erst nach einer kleinen «Verschnaufpause» in der Lage weiterzuspielen. Dieses Erlebnis verglich sie mit dem Griff auf eine heisse Herdplatte: Wenn sie nur schon daran dachte, wieder auf der Bühne zu spielen, zog sich alles in ihr zusammen. In der Folge konzentrierte sie sich darauf, keine Fehler mehr zu machen. Dass dies nicht klappte, kann man sich gut vorstellen.
In der Zusammenarbeit begannen wir, ihre Einstellung eigenen Fehlern gegenüber zu verändern. Dafür erarbeiteten wir ein kurzes Mentaltrainingsprogramm, das ihr dabei half, auf der Bühne nach einem Fehler ohne Unterbruch weiterzuspielen. Und sie machte sich klar, dass die Konzertbesucher/innen an ihre Konzerte kommen, weil sie sich von ihrem Harfenspiel und der Art und Weise ihrer musikalischen Interpretationen berühren lassen wollen. Dass sie also nicht mit Block und Stift im Saal sitzen, um sich alle Fehler zu notieren.
Damit schaffte sie es, die Nervosität vor Konzerten abzulegen und sich diesen Herausforderungen wieder selbstbewusst und mit Freude zu stellen.

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, damit wir gemeinsam eine auf Sie zugeschnittene individuelle Lösung erarbeiten.

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