Mentaltraining in der Schule

Mentale Stärke ist ein Thema, das nicht nur Kinder und Jugendliche mit Prüfungsangst betrifft, sondern zunehmend auch die Lehrpersonen, die sich von allen Seiten mit Forderungen konfrontiert sehen: von Behörden, Schulleitungen, Eltern und Kindern. Dazu die umfangreichen Lehrpläne, Mehrklassenunterricht, Integration, Begabtenförderung, Fremdsprachen und nicht zuletzt die eigenen Ansprüche an einen guten Unterricht. All dies führt dazu, dass Lehrpersonen immer häufiger über Gebühr belastet werden. Kaum eine Schule, die nicht einen "Fall von Burnout" erlebt hat.

In vielen dieser Situationen kann ein gezieltes Mentaltraining, wie wir es in unseren SCHILF-Kursen und in Einzelberatungen vermitteln, Hilfe bieten. Durch situativ veränderte Verhaltensweisen und durch den Aufbau mentaler Stärke entwickeln wir gemeinsam mit den Lehrpersonen mentale Trainingsprogramme, die für jede Person individuell angepasst sind. Diese persönlichen Mentaltrainingsprogramme werden mit den passenden Entspannungsübungen trainiert, damit sie später in den realen Situationen erfolgreich angewendet werden können. 

Man soll die Dinge so nehmen, wie sie kommen. Aber man sollte auch dafür sorgen, dass die Dinge so kommen, wie man sie nehmen möchte. (Curt Goetz)

Wer unter Prüfungsangst leidet, kann sein Wissen nicht abrufen. Unsere Mentaltrainer/-innen erarbeiten mit Ihnen Mentaltrainings-Programme, die Sie selbständig erfolgreich anwenden können.

Weiterbildungsangebote: Mentaltraining zur Stärkung der Resilienz, Prüfungsangst überwinden

Mentaltraining zur Stärkung der Resilienz (SCHILF-Kurs)
Kursbeschreibung
Lehrpersonen und Schulleitungspersonen stehen seit Jahren unter ständig steigenden Anforderungen. Eltern delegieren die Erziehung an die Schule, vergessen in Gesprächen Benimm-Formen, Absprachen zwischen verschiedenen Lehrpersonen, die eine Klasse unterrichten, fordern Zeit, immer wieder müssen neue Lerninhalte integriert werden usw. Und nicht zu vergessen: die eigenen Ansprüche an einen qualitativ guten Unterricht und an perfekte Unterlagen – die Folge kann eine unausgeglichene Energiebilanz sein, weil das Erholungsmanagement zu kurz kommt.
Überlastung kommt schleichend, über Jahre hinweg und kann sich urplötzlich in einer tiefen Müdigkeit, in Lustlosigkeit und Erschöpfung zeigen.
Das muss nicht sein. Hier setzen wir mit unserer speziellen Mentaltrainingsausbildung an, die auf den aktuellen Erkenntnissen verschiedener Wissenschaftsbereiche wie Neurobiologie, Ressourcen-Management, Medizin und ganzheitlichem Stressmanagement basiert.
Seit den 90er-Jahren trainieren wir mit unserer Methode zahlreiche SpitzensportlerInnen und seit bald 20 Jahren auch Personen in Führungspositionen. Dabei vermitteln wir mentale Techniken, mit denen man auch unter Druck seine optimale Leistung entfalten kann. Denn die Herausforderungen im Beruf verlangen Höchstleistungen, die mit denen im Spitzensport vergleichbar sind.
Sie erfahren aber auch, wie belastende Situationen - wenn z.B. Schule, Beruf, Familie und Freizeit unter einen Hut gebracht werden müssen - erfolgreich und gesund! bewältigt werden können.
Kursziele
- Mentale Trainingsformen aus dem Spitzensport kennen lernen
- Neurobiologische und leistungsphysiologische Zusammenhänge verstehen
- Lerntypenbedingte Störfaktoren eliminieren
- Verschiedene Entspannungstechniken ausprobieren
- Unter Druck souverän auftreten und handeln
- Resilienz-Verhalten kennen lernen
- Ein persönliches Mentaltrainingsprogramm entwickeln und trainieren
Arbeitsformen
Theorie-Inputs, Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit
Zielgruppe
Lehrpersonen und Mitglieder der Schulleitung
Dauer
2 Tage

Prüfungsangst ade (SCHILF-Kurs)
Kursbeschreibung
Wer unter Prüfungsangst leidet, kennt wahrscheinlich einige der folgenden Symptome: die Hände zittern, man schwitzt, kann kaum klar denken, kann sich nicht auf das Wesentliche konzentrieren, hat Bauchschmerzen, Kopfweh, isst zu wenig oder zu viel, kann sich nicht mehr an Gelerntes erinnern, malt sich aus, wie es sein wird, wenn er/sie durchgefallen ist, fürchtet sich vor Fehlern, hält sich für schlechter als andere, zweifelt an sich selbst, ist unsicher, könnte losheulen, sich in einem Loch verkriechen usw. – die Liste liesse sich beliebig fortsetzen. - Wenn also Kinder unter Prüfungsangst leiden, dann haben sie aus neurobiologischer Sichtweise keinen Zugriff auf das Gelernte. Die Ursachen für die Entstehung von Prüfungsangst können in der Regel mit ein paar wenigen Massnahmen behoben werden: rechtzeitige Planung, lerntypengerechtes Lernen, sinnvolle Erwartungshaltung und mentale Kontrolle von Emotionen.
Kursinhalt
- Zu einer erfolgreichen Prüfungsvorbereitung gehört das rechtzeitige Erstellen eines Lernplanes.
- Lerntypengerechtes Lernen hilft Inhalte besser zu speichern und wieder abzurufen.
- Mit realistischen Erwartungen kann Leistungsdruck vermieden oder reduziert werden.
- Wer seine Emotionen kontrollieren kann, ist an Prüfungen ruhig und aufmerksam.
Kursziele
Die Lehrpersonen sind nach dem Kurs in der Lage, ihre Schülerinnen und Schüler aktiv dabei zu unterstützen, die Prüfungsangst in den Griff zu bekommen.
- Lernplan erstellen
- Lerntyp kennen
- Leistungsdruck vermeiden
- Emotionen kontrollieren
Arbeitsformen
Theorie-Inputs, Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit
Zielgruppe
Förderlehrpersonen, Fachlehrpersonen, Schulische Heilpädagoginnen und Heilpädagogen
Dauer
1 Tag

Alle unsere Seminar- und Beratungs-Angebote können auch online gesehen werden.

Fallbeispiele

Schüler mit Prüfungsangst
Armin P. (14. Jahre) hatte bereits Tage vor grossen Prüfungen Angstgedanken, konnte nicht mehr ruhig schlafen und war dadurch am Prüfungstag sehr erschöpft. Auch erlebte er regelmässig Momente der Abwesenheit und beschrieb ein typisches – durch Stress ausgelöstes – Blackout. Am schlimmsten war es für Armin, wenn sich Situationen unvorhergesehen änderten, wie eine Lehrervertretung oder ein spontaner Raumwechsel.
In unserem ersten Termin konnten wir bereits die Ursache dieser Angst analysieren – die jedoch ihren Ursprung ausserhalb der Schulsituationen hatte. Wir konnten dafür eine gezielte Mentaltrainingskarte erarbeiten. Diese wurde zusammen mit einer spezifischen Entspannungsübung kombiniert. Obwohl das Lernprogramm und die Prüfungsvorbereitung fleissig gelernt wurden, das Mentaltraining mit Disziplin geübt wurde und sich Armin vor der nächsten Prüfung deutlich besser fühlte, hatte er einen schweren Rückfall. - Was war der Grund? - Überraschenderweise hatte eine Vertretungslehrperson die Prüfungsblätter verteilt, was für Armin eine zu drastische Veränderung war.
Da die Prüfungsvorbereitung durch das bisherige Training deutlich besser wurde, konzentrierten wir uns zusätzlich gezielt auf die Visualisierung von plötzlich ändernden Situationen und deren Ablauf, wie z. Bsp. andere Schulzimmer, fremde Lehrpersonen oder einen anderen Sitzplatz. 
Dank der Kombination von Mentaltraining und Situationsvisualisierungen konnte sich Armin in Prüfungen zusehends besser kontrollieren und ruhig bleiben, was deutlich bessere Noten zur Folge hatte. Besonders glücklich macht ihn, dass er sich nun auch in ungewohnten Situationen viel besser zurechtfinden kann.

Elternabend: nervös und unsicher
Heidi F. (54) unterrichtet schon seit dem Abschluss im Lehrerseminar (heute Pädagogische Hochschule) als Primarlehrerin. Sie wird sowohl von ihren Kolleginnen, den Mitgliedern der Behörde, den Eltern und ihren Schülerinnen und Schülern als engagierte und erfahrene Lehrerin geschätzt.
Heidi kam mit dem Anliegen in die Mentaltrainingsberatung, ihre mentale Stärke im Zusammenhang mit Elternabenden zu trainieren. Machten ihr diese Veranstaltungen zu Beginn ihrer Unterrichtszeit als junge Primarlehrerin noch Freude, wurden sie zunehmend zur Belastung. Und dies, obwohl sie über immer mehr Erfahrungen im Umgang mit Eltern verfügte. Bei den Gesprächen stellte sich heraus, dass vor allem ihre eigenen Erwartungen der Treiber für ihre Nervosität und Unsicherheit waren. Alles musste perfekt ablaufen. Als langjährige Mitarbeiterin wollte sie auch über alle Themen und Anliegen Auskunft geben können. Bei den Ansprüchen der heutigen Eltern eine oft sehr grosse Herausforderung. Vor allem dann, wenn Erziehungsaufgaben, die eigentlich von den Eltern wahrgenommen werden müssten, lautstark und völlig selbstverständlich an die Schule delegiert wurden.
In der Situationsanalyse ging es vorerst darum, die Verantwortlichkeiten genau zu klären: Eltern-Behörde-Schulleitung-Lehrperson-Schüler/-innen. Dabei zeigte es sich, dass Heidi immer wieder Verantwortung für Themen übernahm, die nicht primär in ihren „Zuständigkeitsbereich“ fielen, wie z.B. eine unverschämte Äusserung eines Vaters, realitätsfremde Wünsche einer Mutter usw. Zusätzlich erarbeiteten wir mit Heidi ein Mentaltrainingsprogramm, mit dem sie in solchen Situationen ruhig bleiben konnte, entspannt atmete, geduldig zuhörte und dann mit fester Stimme sprach und Äusserungen von Eltern entgegennahm und sachlich kommentierte. Dabei musste sie sich schon im Vorfeld vor Augen führen, dass sie zwar für Anregungen und Verbesserungsvorschläge offen ist, dass sie aber auf die Art und Weise, wie eine Kritik vorgetragen wurde, keinen Einfluss hat und dies auch nichts mit ihr persönlich zu tun hat, sondern mit der Kinderstube, die die kritisierende Person durchlaufen hatte.
Dieses Mentaltrainingsprogramm trainierte Heidi während rund zwei Monaten bis zum nächsten Elternabend. Ausserdem sprach sie sich mit den anderen Personen (Schulleiterin, Behörde und Kolleginnen) ab, was ihr zusätzlich half, mit einer veränderten Grundhaltung an diesen Veranstaltungen teilzunehmen.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.